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 Zwischen Liebe, Leid und Vertrauen

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KleeneMaus92
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BeitragThema: Zwischen Liebe, Leid und Vertrauen   Sa Feb 13, 2010 12:00 pm

Hey, dies hier ist eine Fanfictions über bzw mit Silbermond

Auch wenn das erste Kapitel noch so gut wie gar nichts mit dem Titel zu tun hat, es kommt noch xD

Würde mich über jedes Lob und jede Kritik freuen...
Danke schon mal im voraus...
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KleeneMaus92
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BeitragThema: Kapitel 1 Ein ganz "normaler" Proberaum-Tag sollte es sein   Sa Feb 13, 2010 12:01 pm

Durchs leise Husten seiner Freundin geweckt drehte sich Bastian auf die Seite. Sanft strich er über die Schulter der jungen Frau neben sich. Die schwarzen langen Haare lagen wirr auf dem Kissen. “Guten Morgen”, flüsterte er Stefanie ins Ohr. Diese drehte nun ihrerseits leicht den Kopf und blinzelte. Ein Lächeln glitt über ihre Lippen, welches ihre weißen Zähne blitzen ließ. Sie genoss es, diesen Mittwoch-Morgen bei ihrem Freund aufzuwachen, statt in der kleinen Ein-Zimmer-Wohnung, die sie mit ihren besten 3 Freunden und gleichzeitig Bandkollegen teilte.
Nachdem sie sich schließlich aus dem Bett aufgerafft hatte, verschwand sie eilig im Bad, denn ihr blieb nicht mehr viel Zeit, bis sie sich auf den Weg in den wenige Straßen entfernten Proberaum zu machen. Gerade als sie vorm Spiegel stand, frisch geduscht, wurde ihr heiß und kalt zugleich. Sie ließ sich auf den Boden gleiten und lehnte ihren Oberkörper gegen die Waschmaschine. Bereits seit einigen Tagen hatte sie diese Kreislaufprobleme. Manchmal zusätzlich auch noch Stechen nahe ihres Herzens. Noch wusste niemand davon, warum auch? Kreislaufprobleme waren was ganz normales, fand sie.

Zur selben Zeit saßen Johannes, Thomas und Andreas in der kleinen Band-WG-Küche und frühstückten. Noch leicht müde blickte Thomas seinen 1 Jahr älteren Bruder Johannes an. “Findest du nicht auch, dass es irgendwie ZU ruhig ist, wenn Steff nicht da ist?” Statt seines Bruders schaltete sich nun Andreas ins Gespräch ein. “Stimmt schon, es fehlt was. Aber mal was ganz anderes, was sie betrifft. Steff ist in letzter Zeit irgendwie… wie soll ich es erklären… sie ist anders.” Irritiert sahen die Brüder ihn an. “Ja hallo, das muss euch doch auch aufgefallen sein. Sie zieht sich voll oft zurück, isst weniger, lacht weniger und ist blass. Sagt mir jetzt nicht, dass ist euch wirklich nicht aufgefallen?!”, fuhr Andreas fort. Thomas nickte leicht, während Johannes entgegnete: “Stimmt. Jetzt wo du es sagst.” Nachdenklich sahen die 20-21 Jährigen sich an. “Aber wenn sie nichts sagt von sich aus, können wir ihr auch nicht helfen.”, beendete Thomas, der jüngste der 3, die Gedankengänge um die 19-Jährige Sängerin. Schweigend beendeten sie ihr Frühstück und machten sich kurze Zeit später auf den Weg in den Proberaum.
Im 6.ten Stock des Hochhauses angekommen, in dem sich eine Reihe von Proberäumen befanden, fanden sie die junge Frau auf den Treppenstufen sitzend vor. “Na endlich kommt ihr mal.”, begrüßte sie ihre Bandkollegen vorwurfsvoll. “Guten Morgen auch. Ja, uns geht’s gut, das Auto ist bloß nicht angesprungen.”, entgegnete Thomas nun seinerseits mit einem Vorwurf. “Hey, jetzt nicht streiten. Wie geht’s dir Steff?”, zügelte Johannes seinen jüngeren Bruder. Stefanie nickte nur und trat hinter dem Bassisten in den Proberaum.

“Und ich kämpf mich durch die Nacht, bin unter Tränen wieder aufge…” Stefanie hielt inne und schloss ihre Augen, in denen Tränen aufstiegen. Fragend sahen sich die Jungs an. Als Stefanie leicht zu wanken begann, legte Thomas schnell seine Gitarre ab und hielt die Sängerin fest. “Komm rüber zur Couch.”, redete er ihr beruhigend ins Ohr und drückte sie leicht in die Richtung. Johannes seinerseits räumte in Windeseile alles von der kleinen Couch runter, während Andreas nach einer nicht angebrochenen Flasche Wasser suchte. Wenige Zentimeter von der Couch entfernt sank Stefanie in Thomas Arm zusammen. Dieser zog sie leicht hoch an den armen hoch, während Johannes die Beine nahm. Zusammen legten sie so ihre Freundin auf die Couch, die Beine auf die Lehne gelegt. Andreas, der endlich Wasser gefunden hatte kam hinzu und setzte sich auf den kleinen Tisch, der neben der Couch stand. Langsam kam die 19-Jährige wieder zu sich. “Hier trink was.”, befahl ihr sofort Andreas und hielt ihr die Flasche entgegen. Stefanie setzte sich leicht auf trank einen Schluck. Dann gab sie dem Schlagzeuger die Flasche zurück und setzte sich schließlich ganz auf. “Geht’s wieder?”, fragte Johannes nach ein paar weiteren vergangenen Minuten. “Ja. Mir ist nur noch ein bisschen komisch, irgendwie so kalt.”, bestätigend nickte sie zu ihren Worten. Thomas, der ihre Augen betrachtete, beschlich ein Verdacht und er hielt seine Hand gegen ihre Stirn. “Mit Fieber bleibst du mir nicht hier im Proberaum. Ich bring dich nach Hause.”, seine Ansage duldete keinen Widerspruch und doch konnte Stefanie nicht anders, als ihm zu widersprechen. “Nein, ich will nicht. Mir geht’s doch gut und wir wollen doch endlich fertig werden mit ‘Durch die Nacht’. Und Ulf wird es auch nicht gefallen und er wird sich gleich wieder Sorgen machen, wenn ihr ihm sagt, ich bin krank.” Hilfesuchend sah sie zu den andren Jungs rüber. Dann sah sie Thomas direkt in die Augen und sein vielsagender Blick ließ sie einknicken. “Ja ja, ist ja ob. Dann bringt mich halt nach Hause.”, erwiderte sie dann gereizt. Befriedigt durch die Zustimmung der jungen Frau nahm Thomas seine und Stefanies Jacke. “Ich bring sie schnell nach Hause und komm danach wieder her. Ruft ihr währenddessen schon mal Ulf an? Und auch Bastian, damit er ihre Sachen heut Abend vorbei bringen kann?”, fragend sah er Johannes und Andreas an. Beide nickten ihm zu und so ging Thomas zufrieden mit Stefanie aus dem Proberaum.
Johannes griff zugleich nach seinem Handy und wählte die Nummer ihres Managers. “Ulf Wenderlich.”, meldete sich der 39-Jährige. “Oh, hab ich meine Nummer noch unterdrückt? Ich bins, der Hannes.”, meldete sich nun seinerseits auch Johannes mit dem Anflug eines Lachens. Er hörte den leichten Seufzer am anderen Ende der Leitung. “Was gibt’s denn? Habt ihr schon Hunger?”, fragte Ulf und lachte. “Nein.”, entgegnete Johannes ernst. “Ja und? Was ist dann, rück raus mit der Sprache.” Das zögern und hinhalten des Bassisten nervte den Manager, der gerade dabei war, die Verträge durchzulesen und Termine der jungen Band zu organisieren. “Stefanie ist krank. Die ist eben hier im Proberaum plötzlich komplett zusammen gebrochen. Thomas hat sie jetzt nach Hause gebracht.”, erklärte Johannes in kurzen Worten. “Warte mal kurz.”, antwortete Ulf und legte das Telefon beiseite. Im selben Moment klingelte das Handy von Andreas, der unterdessen Stefanies Freund eine SMS geschrieben hatte. Fragend sah Johannes den Schlagzeuger an. “Bastian kommt heut Abend zum Abendbrot vorbei und bringt ihre Sachen.”, sagte Andreas, nachdem er die angekommene SMS durchgelesen hatte. “Hoffentlich geht es Stefanie bald wieder besser und sie hat sich nichts längeres eingefangen.”, brachte Johannes nun seine Gedanken auf den Punkt. “Das will ich auch mal hoffen. Meldet euch, wenn ihr was neues wisst und ob ihr morgen am Proben seit oder nicht.”, meldete sich nun Ulf zurück. “Klar proben wir, ob ohne ihr oder mit.”, entgegnete Johannes. Kurzangebunden verabschiedete sich Ulf sich: “Okay, dann sagt ihr Gute Besserung von mir und ihr haltet mich auf dem Laufenden.” Bevor Johannes noch was sagen konnte, hatte der Manager bereits aufgelegt.

Unterdessen waren Thomas und Stefanie zu Hause angekommen. Thomas begleitete die junge Frau ins kleine Zimmer, in dem er, sein Bruder und Stefanie schliefen. “Ihr könnt auch nie aufräumen, wenn ich mal nen Abend nicht da bin.”, brachte Stefanie heraus, als sie über das Chaos von Blättern und Klamotten rüber stieg. Thomas zuckte nur leicht mit den Schultern und brachte ein anderes Thema auf den Tisch: “Jetzt leg dich hin, mach die Augen zu und schlaf. Essen ist da, trinken bring ich dir gleich.” Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Stefanie ihn an. “Ich bin kein kleines Kind mehr.”, erwiderte sie dann und ließ sich aufs Bett fallen. Thomas ging in die Küche und kramte aus der Schublade Paracetamol-Tabletten heraus und nahm eine Flasche Wasser aus dem Schrank. Damit kehrte er zurück ins Zimmer. Stefanie hatte sich in den wenigen Minuten, die er nicht im Zimmer gewesen war, bis auf die Unterwäsche ausgezogen und sich unter ihre Decke gekuschelt. Mit nur noch halb offenen Augen verfolgte sie jede Bewegung des jungen Mannes. Der setzte sich neben sie auf die Bettkante und strich ihr über die Stirn. “Wenn was ist, klingel durch, dann kommen wir. Schlaf gut und erhol dich.”, mit den Worten gab er ihr noch einen angehauchten Kuss auf die Wange und stand auf. An der Tür blieb er noch mal stehen und betrachtete die junge Frau, die bereits eingeschlafen war. Lächelnd schloss er die Zimmertür, stellte noch schnell die Waschmaschine an und verließ schließlich die Wohnung, um sich wieder auf den Weg ins Studio zu machen.

Dort angekommen nahm er das Bier entgegen, welches ihm sein Bruder hinhielt. “Habt ihr Ulf angerufen? Und weiß Bastian Bescheid?”, erkundigte er sich und setzte sich auf die Coach. “Ulf war nicht sonderlich begeistert, wir sollen ihr Gute Besserung wünschen und uns melden, wie es dann mit morgen ist. Und Bastian kommt zum Abendbrot mit ihren Sachen vorbei.”, klärte Johannes seinen Bruder auf und nahm einen großen Schluck aus seiner Bierflasche. “Ihr hättet eben Steff sehen müssen. Nachdem sie im Bett lag, bin ich noch mal rein, trinken hinstellen und so nää… Da konnte sie schon kaum noch ihre Augen offen halten. Und als ich raus bin, war sie dann schon weggepennt. Richtig süß.” Ein Lächeln glitt über sein Gesicht. “Mich würde es nur mal interessieren, was das ist. Ich hoffe echt mal nur, dass sie nicht ernsthaft krank ist. Das wäre gerade echt nen schlechter Zeitpunkt.”, sprach nun Andreas das Thema an, welches ihn und Johannes vorher schon beschäftigt hatte. “Das ist doch echt mal nen stinknormaler Proberaum-Tag… mit der Ausnahme, dass Steff zu Hause im Bett liegt und wir hier sitzen und Bier trinken. Was dabei rauskommt ist klar: nichts!”, erwiderte Thomas leicht deprimiert. Die anderen beiden stimmten ihm leise zu.
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KleeneMaus92
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BeitragThema: Kapitel 2 Sie verstehen mich nicht   Mo Feb 15, 2010 7:30 pm

Es war bereits 17 Uhr, als Johannes, Thomas und Andreas schließlich wieder in die gemeinsame Wohnung fuhren. Zu Hause angekommen, machte sich Thomas gleich daran, dass Abendessen vorzubereiten, denn schließlich sollte Stefanies Freund auch gleich kommen. Johannes ging ihm dabei zur Hand. Andreas hingegen öffnete leise die Tür zum kleinen Wohn- und Schlafzimmer. Stefanie lag noch immer schlafend im Bett. Andreas setzte sich auf die Bettkante und strich ihr liebevoll durchs Haar. “Schade, ich hätte dir gern noch ‘Gute Besserung’ gewünscht, bevor ich mich mit Marleene treffe. Ehrlich gesagt, ich hab irgendwie Angst vorm erstens Treffen mit ihr.”, schüttete er sein Herz aus. “Brauchst du nicht haben. Marleene wird dich mögen.”, antwortete Stefanie mit müder Stimme und öffnete ihre Augen. Erschreckt sah Andreas sie an. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie doch wach war. “Ich dachte, du schläfst.”, entschuldigte sich Andreas verschämt. Er hatte doch mit Absicht seine Angst nur geäußert, weil sie schlief. Er war doch nicht der Typ, der jedem sofort das Herz ausschüttete. “Hör auf rot zu werden. Ist doch völlig okay.”, lachte Stefanie und stand auf. Andreas beobachtete sie, während sie sich schnell ihre Sachen überzog. “Wie schön sie ist.”, dachte er sich. Er war so verträumt gewesen, dass er es nicht mal bemerkt hatte, wie Stefanie ihm ihrem Hand entgegenhielt, um ihn hochzuziehen. “Nowi!”, rief Stefanie ihn in die Realität zurück. “Achso ja. Danke.”, mit den Worten ergriff er ihre Hand und ließ sich von ihr mit in die Küche ziehen.
“Stefanie, wie geht’s dir?”, fragte Thomas sofort, als sie in der Küche ankamen. “Gut gut, Nowi soll jetzt noch schnell was essen, bevor er los muss zum Date.”, antwortete sie und drückte dem Schlagzeuger gleich das erste Toast in die Hand. “Kein Fieber mehr, keine Kopfschmerzen, Schwindel?”, fragte Thomas ein paar Sachen durch. Genervt schüttelte die Sängerin den Kopf. “Nein! Nichts dergleichen! War heute Nachmittag wahrscheinlich nur, weil meine rote Woche dran ist.”, fügte sie dann noch hinzu. “Ist ja gut ey. Du musst ja nicht gleich deine schlechte Laune an mir auslassen. Und du kannst dich ja dann mal am Telefon austoben und den Ulf anrufen, dass du morgen wieder da bist.”, entgegnete Thomas. Johannes und Andreas sahen sich irritiert an. Stefanie nahm sich das Telefon, warf Thomas noch einen bösen Blick zu und verschwand dann im Flur. Aufmerksam beobachtete Johannes seinen Bruder. “Was war denn das jetzt bitte?”, hackte er dann nach. “Hör auf, das geht dich nichts an.”, fauchte der Angesprochene zurück. Johannes verdrehte seine Augen. “Ich hau dann mal ab. Tschüßi.”, verabschiedete sich Andreas und war gleich darauf aus der Küche verschwunden. Johannes sah ihm nach. “Ganz toll, lässt der mich hier auch noch mit 2 schlecht Gelaunten alleine.”, sagte er mehr zu sich selbst, als zu seinem Bruder.
Kurz darauf kam auch Stefanie wieder in die Küche und setzte sich an den Tisch. Sie wirkte bedrückt, sodass sich Johannes neben sie setzte und ihr in die Augen sah. “Was ist los?”, fragte er. Verzweifelt ließ sie ihren Blick durch den Raum gleiten. “Ich… ich muss euch was sagen. Eigentlich euch dreien, aber… Nowi ist ja jetzt nicht da.”, fing sie unsicher an. Auch Thomas setzte sich nun an den Tisch. Auch wenn er noch immer sauer auf sie gewesen war, wenn sie so verzweifelt dasaß und kaum reden konnte, war alles andere vergessen. Er nahm ihre Hand und hielt sie fest. “Erzähl, was ist los?”, griff er die Frage seines Bruders wieder auf. Stefanie sah kurz aus dem Fenster. Sollte sie ihnen wirklich sagen, was ihr der Arzt heute gesagt hatte? Sollte sie nun wirklich alles kaputt machen, was sie sich aufgebaut hatten? Sollte sie ihnen wirklich sagen, wie ernst es stand? “Kleine? Nicht nachdenken… Sag uns, was los ist. Du weißt doch, dass du uns vertrauen kannst.”, holte Johannes sie wieder in die Gegenwart zurück. Nacheinander sah sie beiden in die Augen. Dann blieb ihr Blick auf dem Tisch hängen. “Ich… ich bin”, fing sie an, doch das Klingeln an der Tür schnitt ihr das Wort ab. Nein, sie konnte es ihnen auch nicht sagen. Nicht jetzt, nicht heute, nicht hier. “Ach ist egal, ist unwichtig. Ich geh mal an die Tür.”, wich sie aus und ging in den Flur. Als sie den Türöffner betätigte, hörte sie, wie Thomas in der Küche zu seinem Bruder sagte: “Wenn sie nicht redet, was sollen wir dann machen. Ihre Entscheidung.” Ob sie dieser Satz traurig stimmte, oder erleichtert, wusste sie in dem Moment nicht. Sie hatte auch nicht lange Zeit darüber nachzudenken.
“Hey mein Schatz.”, begrüßte sie Bastian. Erfreut fiel ihm Stefanie in den Arm und begrüßte ihn ihrerseits mit einem langen Kuss. “Oha, dir geht’s wohl wieder besser.”, lachte Bastian, nachdem sich Stefanie wieder von ihm gelöst hatte. “Darf ich auch rein kommen?”, erkundigte er sich. Stefanie sah ihn kurz irritiert an, dann bemerkte sie, dass sie immer noch in der Tür stand und Bastian davor. “Oh ja klar, komm rein.” Bastian betrat die Wohnung und wollte gerade in die Küche gehen, als ihn Stefanie zurück zog. “Ich will dich jetzt sofort.”, hauchte sie ihm ins Ohr. Schon von den Worten tat sich bei Bastian einiges und er zog sie Richtung Schlafzimmer. “Moment noch. Wir wollen doch ungestört sein.”, kicherte Stefanie und lief noch einmal in die Küche. “Mmh, Bastian ist da und wir… na ja, wir wollen es noch mal ausnutzen, dass meine Tage noch nicht da sind. Also mmh… ja… ihr wisst schon.”, versuchte sie ihr Anliegen möglichst nahe auf den Punkt zu bringen, ohne es komplett auszusprechen. Die Brüder, die es sofort verstanden hatten, nickte nur und sahen ihr nach. “War ja klar.”, lachte Johannes. “Die können die Finger nicht voneinander lassen”, fügte Thomas dann noch hinzu und nahm sich ein Toast.
Abends saß Stefanie an ihren Freund gekuschelt im Bett. Johannes und Thomas saßen auf ihren Matratzen, und warfen den Verliebten immer wieder skeptische Blicke zu. Die 4 hatten sich eine DVD reingelegt, doch Stefanies Konzentration war nicht lange am Film hängen geblieben. Wieder streiften ihre Gedanken ans Unausgesprochene zurück. Irgendwem musste sie es endlich sagen, sonst würde sie bald daran zu Grunde gehen. Doch wem? Die Jungs würde sie damit zu doll beunruhigen. Bastian? Nein, Bastian würde nicht verstehen, was alles daran hing. Simmi, ihrer besten Freundin könnte sie es erzählen. Aber nein, Simmi hatte gerade genug mit ihrem Liebeskummer zu tun. “Schatz?”, sprach Bastian sie an. Erschreckt sah sie ihm in die Augen. “Tut mir Leid. Ich hab… hab nachgedacht.”, kurz ließ sie ihren Blick an die Decke gleiten. Sie spürte die Tränen, die kommen wollten, die sich über ihr Gesicht verbreiten wollten. Sie konnte es nicht mehr verhindern, sie konnte es nicht länger verschweigen. “Ich kanns nicht mehr, ich muss es euch sagen.”, ergänzte sie dann mit zittriger Stimme. Aufmerksam sahen alle sie an. Thomas schaltete nebenbei den Fernseher aus und setzte sich auf die Bettkante und nahm ihre Hand. Stefanie durchzuckte es wie einen Blitz. Wieso hatte sie es nicht wenigstens Thomas schon erzählt was los war? Spätestens heut Nachmittag hätte sie doch die Gelegenheit gehabt. Tränen rannen über Wangen. Die Angst vor der Reaktion der 3 Anwesenden nahm ihr fast den Atem. “Ich… ich bin…”, fing sie an, doch sie musste unterbrechen. Der Weinkrampf war zu heftig für sie, war zu heftig, um weiter reden zu können. Thomas zog sie aus Bastians Armen und hielt sie fest an sich gedrückt. “Seine Schuld, wenn er sie nicht hält.”, dachte er bei sich. Stefanie drückte sich nach wenigen Minuten wieder leicht von ihm weg. “Ich bin krank…”, weinte sie. Keiner sagte darauf ein Wort. Ein spöttisches Lächeln glitt über Bastians Lippen. “Deswegen musst du doch nicht weinen.”, brachte Johannes als erster heraus. Stefanies Blick, der gerade noch Verzweiflung verriet, wechselte in Wut. “Ihr versteht doch nichts! Wozu sag ich es euch eigentlich!”, schrie sie auf einmal. Dann sprang sie auf, nahm sich ihre Jacke und ließ mit einem lauten Türknallen verhören, dass sie die Wohnung verlassen hatte. Irritiert sahen sich die 3 Männer an. “Was war das denn bitte?”, fragte Bastian. Thomas und Johannes zuckten ratlos mit den Schultern, doch in Thomas kochte ein Gefühl hoch, was ihm gar nicht gefiel. Wenn sie so heftig darauf reagierte, dann musste es was ernsteres sein. Und dann hatten sie sich gerade falsch verhalten. Sie hätte haltende gebraucht, gute Worte… und nicht ein spöttisches Lächeln und wenig Verständnis für ihre Tränen.

Simmi saß vor ihrem Fernseher und las immer wieder die letzte SMS durch, die sie von ihrem Ex-Freund bekommen hatte. “Warum muss Liebe so wehtun?”, fragte sie sich laut und schluchzte auf. Ihr Handy schmiss sie sauer aufs Sofa und wollte sich in der Küche was zu essen machen. Gerade im Flur angekommen, klingelte es an ihrer Haustür. Sie betätigte den Türöffner und blieb an der geöffneten Tür stehen. Wer sollte um diese Uhrzeit noch zu ihr kommen? Erstaunt erkannte sie ihre beste Freundin. “Steffi..”, rief sie erfreut. Doch schon wenige Sekunden später sah sie die Tränen, erkannte sie eine Verzweiflung bei ihrer Freundin, die sie bisher noch nie so gesehen hatte. “Schätzii, wieso weinst du?”, fragte sie. Ihre eigene Not hatte sie sofort vergessen, als sie Stefanie gesehen hatte. Statt was zu sagen, fiel ihr die Sängerin weinend in den Arm. “Komm erstmal rein.”, flüsterte Simmi ihr ins Ohr.
Wenig später saßen die Frauen auf der Couch im Wohnzimmer. Simmi sah sie aufmerksam an, doch sie fragte nicht weiter. Sie wusste, dass Stefanie ausweichen würde, solange man sie ausfragen würde. Da kannte sie sie gut genug. Traurig sah Stefanie sie an. “Du fragst ja nicht mal, was los ist.”, stellte Stefanie erstaunt fest. Simmi schüttelte den Kopf und nahm einen weiteren Schluck aus ihrer Tasse. “Wieso sollte ich? Dann machst du nur dicht. Wenn du erzählen willst, dann tust du das von allein.”, ergänzte sie ihrer Geste. Stefanie merkte, dass Simmi anders reagieren würde, wenn sie es ihr erzählen würde. Simmi würde sie verstehen. Simmi kannte ihre Freundin genau. “Die verstehen mich einfach nicht. Die haben gar nichts kapiert.”, brach es aus ihr heraus. “Wer? Was?”, fragend sah Simmi sie an. Als sie sah, wie ihre Freundin unter ihrem Problem, ihrer Sorge, litt, stellte sie die Tasse auf dem Tisch ab und zog die Sängerin zu sich. “Ich bin krank, ernsthaft krank. Ich hab eine Stoffwechselerkrankung, die auf die Lunge schlägt und auf den Kehlkopf. Ich krieg zwar jetzt Tabletten dagegen, aber… aber noch kann der Arzt nicht sagen, ob ich noch weiter singen kann… Ich hab den Jungs erzählt, dass ich krank bin. Und die haben nur gelacht, die haben das nicht mal ernst genommen. Die verstehen mich einfach nicht.”, ihre Stimme zitterte beim Reden. Simmi sagte nichts, sie war geschockt davon. “Seit wann weißt du das schon?”, fragte sie nach Minuten. “2 Wochen.”, antwortete Stefanie kleinlaut. Sie erwartete nun, dass Simmi sie zusammenscheißen würde. Das Simmi ihr sagen würde, dass es nicht richtig war, so was so lange nicht zu sagen. Doch Simmis Reaktion nahm ihr kurzerhand den Atem. “Wie hast du das nur so lange für dich behalten können? Man Schätzii, wir kriegen das hin. Es wird gut gehen, du wirst wieder gesund!” In ihrer Stimme war aufrichtiges Mitleid zu erkennen. Dass sich Stefanie einmal in so einer Lage befinden würde, hätte sie niemals gedacht. Sie erkannte sofort, was alles daran hing. Und sie wusste auch, warum Stefanie es ihren Bandkollegen vorher nicht hatte sagen können. Diese Diagnose konnte bedeuten, dass es aus war mit ‘Silbermond’, aus war mit ihrer Zukunft, die doch gerade anfing. “Wie viel hast du den Jungs schon erzählt?”, erkundigte sich Simmi. “Nur dass ich krank bin… dann haben die ja so doof reagiert.”, antwortete Stefanie. “Dann wissen die also noch nicht, wie ernst es ist. Aber dann ist es denen auch nicht egal und wenn sie alles wüssten, würden sie dich verstehen, glaub mir.”, beruhigte Simmi Stefanies Ängste, es wäre den Anderen egal. Leicht nickte Stefanie. Simmi hatte ja Recht, klar wäre es denen nicht egal gewesen. Aber wie sollten sie auch reagieren, wenn sie nicht alles zu hören bekamen. Wieder rannen Tränen über ihr Gesicht. “Komm mal mit ins Schlafzimmer und dann bleibst du heute Nacht hier.”, lenkte Simmi sie von ihren Ängsten ab. Stefanie nickte nur und ließ sich ins Schlafzimmer führen.
Nachdem Stefanie endlich im Bett war, schickte Simmi noch eine SMS an Thomas, damit die sich keine Sorgen machen mussten und legte sich zu Stefanie ins Bett. Erst überlegte sie noch, ob sie sie in den Arm nehmen sollte, doch die Überlegung wurde ihr schon abgenommen, denn Stefanie drehte sich in ihren Arm. “Danke.”, brachte Stefanie grad noch heraus, dann schlief sie ein. Simmi streichte ihr noch ein Haar aus dem Gesicht, dann schloss auch sie ihre Augen.
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BeitragThema: Kapitel 3 Aufgeben oder Weitermachen?   Di Feb 23, 2010 7:52 pm

“Steffi, Steffi… ist ja alles okay, ich bin doch da.”, versuchte Simmi ihre beste Freundin wieder zu beruhigen, weil diese weinend wach geworden war. In Tränen aufgelöst drehte sich die Sängerin wieder in ihren Arm und vergrub ihren Kopf an Simmis Schulter. “Ich muss es ihnen sagen.”, schluchzte sie. “Nur wie? Die werden voll fertig sein.”, ergänzte sie. Die Weinkrämpfe ihrer besten Freundin taten Simmi im Herzen weh. Beruhigend strich Simmi ihr übers Haar. “Ich schreibe denen jetzt ne SMS, dass die gleich zum Frühstück kommen sollen und dann werde ich es ihnen sagen. Und du bleibst im Bett solange. Ist besser für dich.”, bestimmte Simmi nach einem kurzen Blick auf die Uhr, die gerade auf 8 Uhr umgesprungen war. Weinend, aber erleichtert nickte Stefanie. Simmi würde es schonend beibringen. Und sie selbst hätte es nicht sagen können, ohne sofort zu weinen. “Danke.”, flüsterte Stefanie. Simmi gab ihr flüchtig einen Kuss auf die Stirn, während sie in ihr Handy tippte. Kurze Zeit später kam schon die Antwort. “Sie kommen gleich.”, brachte Simmi ihre Freundin auf den neuesten Stand. Stefanie nickte leicht und schloss ihre Augen.

Wenig später saß Simmi Thomas, Johannes und Andreas gegenüber. “Ist Bastiangar nicht mitgekommen?”, fragte sie erstaunt. Sie hatte erwartet, dass auch Stefanies Freund da sein würde. Thomas schüttelte zur Antwort den Kopf. “Na auch egal. Hauptsache ihr wisst gleich wenigstens schon mal, was ist. Also: oh man, ich weiß gar nicht, wie ich es euch sagen soll.”, fing sie an. Aufmerksam sahen die Männer sie an. Wie ein Kloß im Hals saßen ihr die nächsten Worte. Kurz wandte sie sich ab. Unwillkürlich musste sie schlucken. Jetzt wusste sie genau, warum es Stefanie so schwer gefallen war, etwas zu sagen. “Ihr wisst ja schon, dass sie krank ist und mmh… wie soll ich es sagen. Stefanie ist gestern einfach abgehauen von euch, weil sie sich nicht verstanden gefühlt hat, weil ihr gelacht habt. Und mmh.. Na ja, sie ist ernsthaft krank.”, brachte sie es dann über sich. Thomas seufzte leicht. “Was hat sie?”, fragte Andreas unsicher. Alle 3 wussten, dass es wirklich ernsthaft sein musste. Simmis Blick, ihre zittrige Stimme und ihre Unsicherheit verrieten ihre Sorgen. Simmi erklärte den Dreien alles, immer wieder stockte ihre Stimme. Als sie geendet hatte, blieb ihr Blick auf dem Tisch hängen. Es war einen Stille im Raum, die ihr nicht zusagte. Zu still, zu ruhig. Diese Ruhe ließ die Angst um ihre beste Freundin in ihr wieder aufsteigen.
“Ich weiß nicht, wie es mit ‘Silbermond’ weitergehen soll? Wenn ich bald nicht mehr singen kann…”, mit verweinten Augen durchbrach Stefanie die Stille. Alle sahen auf, sie stand in der Tür, aufrecht mit gehobenem Kopf und doch konnte man das gebrochene Rückrad sehen. Unsicher, was sie machen sollten sahen sich die Brüder an. Andreas hingegen stand auf und legte seine Arme um Stefanie. “Noch ist es nicht vorbei und es wird auch nicht vorbei sein, wir kriegen das hin”, flüsterte er ihr beruhigend ins Ohr. Hemmungslos begann Stefanie zu weinen, so heftig, dass ihr fast der Atem blieb. Wie konnte Andreas das so leicht sagen? Ja klar, er war es ja nicht, dem die Stimme versagen würde. Er war es ja nicht, dem der Traum genommen werden würde. Er konnte es so leicht sagen, er brauchte seine Stimme ja nicht. Er könnte sich ja auch ohne Stimme ans Schlagzeug setzen. Und doch? Wie konnte er das so leicht hinnehmen. Sie waren doch Freunde, seit Jahren. Die Jungs waren doch da gewesen, als ihr Vater gestorben war. Die waren doch da gewesen, als sich ihre Eltern getrennt hatten. Wie konnte Andreas dann so locker bleiben, wenn es um die Zukunft ging? “Ich hab Angst.”, weinte Stefanie und hielt sich bei Andreas fest. Warum, wusste sie nicht, schließlich fühlte sie sich noch immer von ihm missverstanden. Und doch gaben ihr seine Arme Halt und Trost.
Stundenlang hatten sie so da gestanden und gesessen. Schließlich hatte sich Stefanie wieder etwas beruhigt und saß nun mit am Tisch. Simmi hielt ihre Hand. “Was wollt ihr denn nun machen? Ich glaub, da solltet ihr euch mal Gedanken machen, damit ihr alle wisst, woran ihr seit.”, brach Simmi das Schweigen. Sie sah in die Runde. Stefanie wich ihrem Blick auf. Noch immer liefen ihr Tränen über die Wange und auch Thomas hatte seine Tränen nach wenigen Momenten nicht mehr halten können. “Ich kann nicht weiter machen, als wäre nichts passiert. Ich kann mich nicht vors Mikro stellen und singen und dann in einem Monat feststellen, dass alles vorbei ist. Ich kann das nicht!”, brach es aus der Sängerin heraus. Geschockt sah Johannes sie an. “Stefanie! Das ist unser Traum, erinnerst du dich?! Dafür haben wir gekämpft, dafür, dass wir jetzt das Album aufnehmen können und was machst du? Wirfst jetzt alles weg oder was?” Als Stefanie wieder von Weinkrämpfen geschüttelt wurde bereute Johannes seine Worte. Er hatte leicht reden. Er hatte nur die Angst, dass es kaputt gehen würde. Stefanie musste um noch viel mehr Angst haben. Stefanie könnte ihre Stimmer verlieren, alles was sie hatte. “Es tut mir Leid. Ich.. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Wir haben so lange dafür gekämpft, so lange. Und nun soll alles vorbei sein?”, fügte er traurig hinzu. Den kleinen Ausraste nahm Stefanie ihm nicht übel. Er hatte Recht damit, sie hatten lange dafür gekämpft, um da zu stehen, wo sie nun standen. Sie hatten vieles auf sich genommen, waren aus dem kleinen beschaulichen Bautzen in die Großstadt gezogen. Hatten es sich zu viert in einer 1-Zimmer-Wohnung gemütlich gemacht und für was? Für nichts? Nein, das wollte sie nicht. Aber worum sollte sie jetzt kämpfen, wenn es eh nicht feststand, ob sie bald noch Stimme haben würde? Sie fasste ihren Entschluss, den schwersten ihres Lebens. “Ich wird es nicht versuchen. Dann finde ich mich lieber damit ab und gut ist. Ich bin euch nicht böse, wenn ihr euch einen neue Sängerin sucht. Ist nur verständlich. Ich will euch euren Traum nicht kaputt machen. Aber ich kann nicht um etwas kämpfen, was in ein paar Wochen vorbei sein könnte, das kann ich nicht.”, ihre Worten wurden immer leiser. Hin und her gerissen zwischen Verständnis für ihre Entscheidung und Trauer um den Traum sahen sich alle an. “Also ohne dich wird es kein ‘Silbermond’ geben und auch keine andere Band. Du gehörst zu uns. Und wenn du sagst NEIN, sag ich es auch.”, sagte er bestimmend. Sein Bruder und Andreas nickten. Simmi sah zwischen allen Vieren hin und her. Dass es das Ende nehmen würde, hatte sie sich nicht im Traum ausgemahlt. Stefanie war nicht jemand, der einfach aufgab. Und doch konnte sie nichts sagen. Stefanies Angst und Verzweiflung nahm ihr die Worte.
Abend saß Simmi nachdenklich im Bett. Johannes, Thomas und Andreas hatten Stefanie wieder mit nach Hause genommen. Noch immer konnte sie es nicht fassen, welche Wendung das Gespräch gehabt hatte. Sie hatte gehofft, dass die Brüder und Andreas der jungen Sängerin Mut machen würden. Stattdessen hatten sie aufgegeben. Stattdessen hatten sie sich gegen ihren Traum entschieden und sich damit abgefunden, dass eine Krankheit, die noch nicht mal auf dem Höhepunkt war und ihn eventuell auch nie erreichen würde, alles zerstören würde. “Nein, das geht so nicht. Nicht so!”, sagte Simmi laut zu sich. Sie schnappt sich ihr Handy und schrieb Ulf eine SMS, in der sie ihm alles erklärte und auch das Vorhaben der Band lang und breit erläuterte. Nur wenige Minuten später rief der Manager an. “Was bitte? Ich hab mich doch verlesen oder? Die wollen nicht wirklich alles wegschmeißen oder?”, fragte er als Begrüßung. “Doch.”, antwortete Simmi kurz und knapp. Der Ärger in Ulfs Stimme war nicht zu überhören gewesen. “Ich fass es nicht. Das lasse ich nicht zu. Nicht, ohne dass die wirklich drüber nachgedacht haben. Hast du gerade die alten Videos bei dir liegen?”, fragte er. Simmi sah kurz zu dem kleinen Schrank rüber. Dort hatte Stefanie die alten Bandvideos aufbewahrt, weil es in der eigenen Wohnung zu eng geworden war. “Ja klar. Aber warum? Was hast du damit vor?”, erkundigte sich Simmi. Die Antwort war sehr kurz und knapp. “Ich hol die gleich und zeig denen, was die wegwerfen.” Dann hatte er schon aufgelegt. Erleichtert legte Simmi ihr Handy auf den Nachttisch. Sie war wenigstens nicht mehr die Einzige, die nichts davon hielt, dass die Band aufgab.

Erschreckt sah Stefanie auf, als es an der Tür klingelte. “Erwartet ihr jemanden?”, fragte Stefanie. Keiner sagte was. Schließlich stand Stefanie auf und öffnete die Tür. Überrascht begrüßte sie ihren Manager. “Was willst du denn hier um diese Uhrzeit.”, fragten die Brüder gleichzeitig. Ulf sagte nichts, sondern legte gleich eine DVD in den DVD-Player. “Übrigens sehr nett, dass ihr mir mal sagt, dass ihr alles wegwerft. Wann hätte ich es erfahren, wenn deine beste Freundin sich nicht gemeldet hätte?”, fragte er kalt an Stefanie gewandt. Hilfesuchend wandte sie sich an Andreas. Der legte sie beruhigend seine Hand auf die Schulter. “Wir sind noch nicht… noch nicht dazu gekommen.”, antwortete er dann. Eine Augenbraue leicht hochgezogen sah Ulf ihn an. “Setzen!”, befahl er dann und zeigte aufs Bett. “Was hast du vor?”, fragte Johannes und folgte den anderen. “Frag nicht. Mach was ich sage.”, hakte Ulf die Fragerei ab und spielte die DVD ab.
“Oh mein Gott, wie jung wir da noch waren.”, lachte Stefanie nach einer Weile. “Und wie doof wir aussahen.”, erwiderte Andreas und ließ seinen Kopf leicht schräg hängen. Zufrieden stellte Ulf fest, dass sein Plan aufging. Alle Vier waren abgelenkt und lachten über die alten Videos. Sie erinnerten sich an die ersten Konzerte, die ersten geschriebenen Texte, an schöne Zeiten, schwierige Zeiten, lustige Zeiten. Nach einer Weile beendete Ulf die DVD-Wiedergabe. Er stand auf. “Ich lasse euch die DVD drin. Und nun denkt mal darüber nach, ob ihr das wirklich aufgeben wollt, ohne darum zu kämpfen.”, forderte er sie auf. Ratlos sah Stefanie ihn an. “Aber wofür sollen wir uns entscheiden?”, fragte sie und sah dem Manager fest in die Augen. “Aufgeben oder Weitermachen.”, stellte Ulf die Band vor eine Wahl und verließ den Raum. Kurz tauschten die Bandmitglieder Blicke aus. Dann sprang Stefanie auf und lief Ulf hinterher in den Flur. Er hatte sich gerade die Jacke übergezogen, als Stefanie plötzlich vor ihm stand. Er sah das leichte Glitzern in ihren Augen, er sah die Tränen, die in wenigen Sekunden über ihre Wangen laufen würden. Sie setzte zum Reden an: “Wir werden…”
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