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 Gedanken eines Mädchens... / Wahre Gefühle

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NijuraElfe
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BeitragThema: Gedanken eines Mädchens... / Wahre Gefühle   Di Apr 26, 2011 11:45 am

„Es ist nicht deine Stimme! Es ist nicht deine Technik! Es ist auch nicht dein Talent!“, erklärte ihr Gesangslehrer mit seiner üblichen Leidenschaft in der Stimme. „Es ist dein Glaube! Nicht etwa der Glaube an Gott! Nicht der Glaube an mich oder sonst wen! Nein, es ist der Glaube an dich selbst“- während er sich immer weiter hineinsteigerte, starrte sie, seine beste Schülerin, einfach nur geradeaus, an ihm vorbei.
Wie in einem Verhör saßen sie sich gegenüber. Oder zumindest hatte er vor fünf Minuten noch gesessen, jetzt lief er immer wieder um sie herum und machte sie damit ganz verrückt.
Sie blendete das einfach alles aus, versuchte nicht zu denken, wurde leicht, ließ sich fallen…

Immer weiter, immer tiefer stürzte sie in ein schwarzes Loch. Dort würde sie nicht mehr raus können. Niemand würde sie finden und keiner könnte sie nerven. Es wäre der perfekte Ort für sie. Unendliche Freiheit. Keine Erwartungen, die sie erfüllen musste. Keine Vorstellungen, denen sie entsprechen musste. Wobei es nie daran lag, dass sie es nicht gewollt hatte. Sie wollte perfekt sein, doch jedes Mal fehlte es. Das „gewisse Etwas“, und es zerstörte ihr Leben.

Angefangen hatte es damit: Tanzen! – ihr Traum
Eine Leidenschaft, die sie nie wirklich ablegte. Sie liebte die Musik. Sie liebte die Bewegungen. Sie liebte das Gefühl von vollkommener Freiheit dabei.
Man steckte sie in Kurse mit anderen Mädchen. Man wollte, dass sie Choreographien auswendig lernte und sie nachahmte. Die beste Nachahmerin würde aufsteigen in einen Kurs für Fortgeschrittene.
Sie hielt 5 Jahre durch.
„Die Bemühung ist groß, aber das Talent ist es nicht“- natürlich sagte ihr das niemand ins Gesicht, aber sie wusste, alle dachten es. Denn sie war nicht gut im Kopieren, sie wollte ihre eigene Kunst daraus machen.

Danach kamen die Klavierstunden. Es war der Wahnsinn. Nach harter Arbeit und langem Üben war sie eine der besten Pianistinnen. Sicherlich nicht gut genug für eine solche Karriere, jedoch wurde sie immer besser im Nachahmen von gewissen Künstlern. Jeder bewunderte sie.
7 Jahre lang schaffte sie es.
Ihr wurde bewusst, dass sie weder Musik machte noch sich eine Künstlerin nennen durfte wenn ihr doch das wichtigste in all den Jahren abhandengekommen war: ihre Freiheit! Sie erlangte sie zurück, wenn auch ohne Klavier.
„Wie schade! Sie war eine so gute Schülerin, warum nur hört sie auf?“ – so lange sie tat was man von ihr verlangte und die Erwartungen zu aller Zufriedenheit erfüllte, wäre es das wohl wirklich.
Jahre lang versuchte ohne etwas derartiges zu leben, dass sie weiter formte, ihr eine Struktur gab. Sie hatte die Freiheit, die sie immer wollte. Doch sie vermisste die Musik. Sicherlich hätte sie sich mit ihrer Menge an CDs zufrieden geben können, aber es wäre nicht dasselbe gewesen. Sie wollte etwas erschaffen und nicht die Werke anderer Künstler kopieren. Wieder merkte sie wie eingeschränkt sie war und alleine wäre sie dort auch nicht wieder heraus gekommen.

Erst viel später und nur mit Hilfe von Freunden und ihrer Familie fand sie eine neue Orientierung. Damit betrat sie eine ganz neue Welt.
Das Theater! – Dort vereinte sie alles was sie liebte: Tanzen, Singen und die neu entstandene Leidenschaft der Schauspielerei.
Sie schenkte ihm 2 Jahre.
Verlassen hatte sie es unter dem Vorwand, der Druck wäre zu groß. Was keiner wusste: Es war nicht der Leistungsdruck, sondern der Druck alle Erwartungen zu erfüllen.
„Du besitzt eine wunderschöne Stimme und dein Schauspiel ist nicht schlecht. Aber der Glaube an deine Fähigkeiten fehlt und damit auch das ‚gewisse Etwas‘“ – Zwar hatte sie das mit dem Glauben schon öfter gehört, nie konnte sie es umsetzen, doch diesmal kam ES zum ersten Mal daneben vor. Natürlich wusste niemand was das anrichtete, sie selbst bemerkte es ja auch nicht.

Deswegen versuchte sie härter an sich zu arbeiten. Jeden Tag auf der Suche nach diesem ES.
Doch sie hätte es vorher wissen müssen, denn sie hatte keine Chance. Sie war nur ein kleines Mädchen mit zu großen Träumen.
Niemand konnte ahnen, dass sie daran zu Grunde ging. Langsam, sehr still und vollkommen unbemerkt, tauchte sie unter in der großen Menge. Sie hätte einfach verschwinden können, von einer Minute auf die nächste. Niemand hätte es bemerkt, niemand hätte um sie getrauert, denn sie existierte kaum noch.
So fiel es auch niemandem, als sie plötzlich kurz vom Abgrund stand, nur einen Schritt vom großen Sprung entfernt. Das einzige was sie davon abhielt, was sie immer abgehalten hatte, war ER. Nicht ES, nein, IHM hatte sie alles zu verdanken.
Ihre Stütze, ihr Halt. Ihr Sonnenaufgang, wenn die Nacht anbrach. Ihr Pflaster, wenn ihr Herz blutete. Ihr Himmel, wenn die Erde für sie die Hölle darstellte. Ihr ganzer Traum, vollkommen real.
In diesem Moment stand ER direkt hinter ihr und sie wusste er würde auch später noch da sein, wenn sie das hier hinter sich gebracht hatte…

Irgendwann hatte sie aufgehört ES zu suchen und sie fand stattdessen IHN.
Was dann passierte lässt sich nicht in Worte von dieser Welt fassen. Sie schaffte es wieder zur Musik. Machte sie sich wieder zu Eigen. Und was dabei heraus kam, nennt man wohl Talent plus das ‚gewisse Etwas‘. Und zwar ihr eigenes, selbst gefundenes, nicht kopiertes ES. Und es hatte einen Namen: Alec.
Sie war nun keine bessere Nachahmerin mehr, sondern eine Sängerin mit dem Selbstbewusstsein einer jungen Frau. Und das musste sie jetzt beweisen!
Die ersten Töne erklangen und sie trat hinaus ins Scheinwerferlicht. Alle sahen sie an.
Nicht mehr voller Misstrauen, nicht mehr voller Zweifel an ihren Glauben. Sondern mit Respekt. Zum ersten Mal seit Jahren spürte sie alles: den Glauben, die Freiheit, ihr Leben, über das sie nun selbst bestimmte.

Und sie sang für jemand ganz besonderen: „ Somewhere I found you …“

Aus dem kleinen Mädchen, das sich ihr Leben erträumte, war eine Frau geworden, die ihren Traum lebte.


ENDE


Zuletzt von NijuraElfe am Di Sep 06, 2011 5:55 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Faules_Kätzchen
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BeitragThema: Re: Gedanken eines Mädchens... / Wahre Gefühle   Sa Apr 30, 2011 1:01 pm

Wow, die Geschichte ist so schööön, obwohl sie so "kurz" ist... Smile
Man kann sich wirklich gut in die Hauptperson hineinversetzen!
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NijuraElfe
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BeitragThema: Re: Gedanken eines Mädchens... / Wahre Gefühle   Sa Apr 30, 2011 2:16 pm

schön, dass es dir gefällt Smile hab mich dabei von meinem eigenen Leben inspirieren lassen und von meiner Lieblingsmusik
das es so kurz geworden ist liegt, daran weil ich keine unwichtigen etails einbringen wollte, eigentlich sollte es sogar noch kürzer werden...^^
(aber ich habs nicht so mit dem kürzen meiner eigenen Texte)
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NijuraElfe
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BeitragThema: Re: Gedanken eines Mädchens... / Wahre Gefühle   Di Sep 06, 2011 5:56 pm

nur ein paar kleine veränderungen ^^
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