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BeitragThema: Mädchen   Fr Jul 22, 2011 12:09 am

Drei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Eine von ihnen ist 17, Spanierin und Halbwaise. Ihr Name ist Jenna. Sie hat einen großen Bruder und arbeitet in einem Restaurant als Kellnerin.



Die andere heißt Angelina. Sie ist bekannt für ihren kühlen Kopf und ihr Faible für Fashion, das sie in dem Modegeschäft auslebt, in dem sie arbeitet. Sie lebt mit ihrer Mutter alleine, ihre Eltern sind geschieden.



Die letzte heißt Lena. Sie gilt als impulsiv und verrückt, doch eigentlich ist sie ein schüchterner Mensch. Sie experimentiert mit allem, was ihr unter die Finger kommt. Sie hat eine große Begabung; das Fotografieren. Sie wohnt zusammen mit ihren Eltern und drei Geschwistern.


Sie haben etwas gemeinsam, das sie verbindet.
Freundschaft. Liebe. Das Gefühl, das sie einander brauchen.

Forever has no meaning when you're living in the moment. I wasn't ready for that moment to end.

Hätte jemand uns dreien gesagt, dass dieser eine Tag alles verändert, wer weiß, was wir dann gemacht hätten. Jenna hätte Lucas nie die Autoschlüssel ihres Bruders gegeben. Angelina wäre nicht zu Nike ins Auto gestiegen. Und ich? Ich hätte vielleicht Ben das Leben retten können.
Es wäre alles anders gekommen.
Auf jeden Fall wäre der schönste Sommer unseres Lebens nicht in einer Katastrophe geendet.

„Jennaaaaa!“
Angelina verlor selten die Beherrschung. Aber der Gedanke, dass das wichtigste Ereignis des Sommers in genau 27 Minuten startete und sie und ihre beiden besten Freundinnen zu spät erscheinen würden, bloß, weil die chaotische Jenna mal wieder zu viel Zeit unter der Dusche verbracht hatte, verursachte ihr eine Gänsehaut.
„Mensch, jetzt beeil dich doch mal! 26 Minuten!“
Lena, die dritte im Bund, in einer knallroten Karobluse, die sich mit den pinken Strähnchen in ihren schwarzen Haaren biss, lehnte an der Badezimmertür und schnitt Angelina eine Grimasse. „Entspann dich, Engelchen“ neckte sie das blonde Mädchen. „Das ist noch massenhaft Zeit. Und mit dir am Steuer werden wir unser Ziel sowieso um Punkt 19 Uhr erreichen.“ Sie grinste.
Angelina schloss kurz die Augen. Dann seufzte sie. „Sehr witzig, Lena.“ Sie fuhr sich durch das kurze Haar, das schon wieder erstaunlich lang gewachsen war, seit sie es Anfang Sommer hatte kurz schneiden lassen. Um zu feiern, dass sie ihr Abitur endlich in der Tasche hatte. Und mit dem Studium das wahre Leben begann.
„Mädels!“ Eine in ein Handtuch gehüllte Jenna öffnete die Badezimmertür und streckte eine Kaskade an dunklen Haaren aus der Tür. Die wenigstens schon mal trocken waren, wie Angelina erleichtert feststellte. „Kann mir mal jemand mit meinem Kleid helfen? Das ist äh … etwas durcheinander.“
Angelina riss die Tür auf. „Typisch, Jeanie“ stellte sie resigniert fest. „Na los, Mama Angie hilft dir.“
Jenna streckte ihrer Freundin die Zunge raus, ließ sich aber anstandslos ins Kleid helfen. Es war ein leichtes Sommerkleid, genau richtig für den geplanten Abend. Jenna und Lena hatten mit ein paar Freunden ein großes Sommerfest für ein paar behinderte Kinder aus der integrativen Grundschule organisiert, in der Lena früher ausgeholfen hatte. Angelina hatte leider im Geschäft stehen müssen, doch zum anschließenden Feuerwerk heute Abend hatte sie glücklicherweise Feierabend machen könne.
Jenna freute sich schon riesig auf die Veranstaltung. Ein paar Freunde hatten einen Grill organisiert und Gianluca, ihr bester Freund, hatte etwas von einer geplanten Wasserschlauchschlacht verraten. Zur Sicherheit trug Jenna deshalb noch Top und kurze Hose unter dem dünnen Kleid.
Bisher war der Tag ein voller Erfolg gewesen. Sie erinnerte sich an die glücklichen Gesichter der Kinder zurück, die so viel Spaß bei den Spielen gehabt haben, die Lena, sie, einige Freunde und die Betreuer der Astrid Lindgren Schule auf die Beine gestellt hatten.
Anschließend hatten Carola und Markus, zwei junge und wirklich sehr nette Betreuer, Jenna und ein paar Freunde zum Essen eingeladen und es ziemlich lustig geworden. Danach hatten sie Carola und Markus zum Feuerwerk eingeladen, doch Jenna war nicht sicher, ob die beiden Lust hatten, sich an einem sommerlichen Freitagabend wie diesem unter so junge Leute wie sie zu mischen.
Während Angelina vorsichtig ihr Kleid verschnürte, dachte die Spanierin an ihren Bruder Valentin. Sie hatte ihn seit dem Tod ihrer Mutter nur sehr spärlich gesehen, vor allem, da Valentin ein Medizinstudium praktisch am anderen Ende Deutschlands aufgenommen hatte. Sie vermisste ihn sehr, doch er hatte ihr fest versprochen, heute Abend da zu sein. Und obwohl sie sich einredete, dass sie bloß wie immer herumtrödelte, wusste sie, dass sie eigentlich Angst vor dem Wiedersehen mit ihrem eigenen Bruder hatte.
Ich habe mich so verändert, dachte sie und betrachtete im beschlagenen Spiegel die Umrisse ihrer schmalen Gestalt. Wir haben über alles geredet, doch jetzt … jetzt kommt mir Valentin fast fremd vor. Ich weiß nicht, wie ich mit ihm reden soll.
Ihre Gedanken machten ihr Angst. In ihrem Rücken spürte sie Angelina, die gerade den letzten Riemen festband und, irgendwo weiter hinten, auch Lena. Angelina und Lena, die beiden einzigen Konstanten, die Jenna in ihrem Leben geblieben waren. Sie wusste, dass sie sich auf diese Mädchen immer verlassen konnte. Und auch wenn es ihr vor dem Gedanken graute, dass Angelina nach diesem Sommer irgendwo an irgendeiner Uni anfangen würde, hatte sie beschlossen, die Zeit, die den dreien geblieben war, so gut wie möglich auszunutzen.
Jenna holte tief Luft. „Ich liebe euch“ sagte sie leise.
Angelinas Blick begegnete ihrem im Spiegel. Sie drückte sie kurz. Ihre Freundinnen verstanden sie immer. „Du packst das, Jenna“ erwiderte sie zärtlich.
Sie spürten zwei Arme, die sie kräftig drückten und Lenas Mund kitzelte Jennas Ohr. „Lasst uns losfahren, Ladies“ verkündete sie munter.
Gute zehn Minuten später parkte Angelinas VW ein paar Seitenstraßen von dem Platz, auf dem das Fest geplant war.
Lena warf einen Blick auf die Uhr. „Yeah, 18:59! Wir sind mal wieder genau richtig, Mädels!“
Angelina zog die Schlüssel und warf ihrer Freundin einen vielsagenden Blick zu. „Ich habe Jonas versprochen, um Sieben da zu sein! Immerhin müssen wir auch noch ein Stück laufen.“
Jenna öffnete die Beifahrertür und grinste. „Seit wann bemühst du dich denn so um Jonas, Angelinalein? Habe ich etwa was verpasst?“
Lena sortierte ihre langen Beine und stieg ebenfalls aus. „Genau!“ schob sie hinterher. „Außerdem eine der wichtigsten Regeln im Leben lautet jawohl, dass man immer ein paar Minuten zu spät sein sollte. Wirkt sonst doch leicht übereifrig, Schätzchen.“
Angelina wedelte mit dem Autoschlüssel in Richtung der zwei Mädchen und verdrehte die Augen. „Abmarsch“ verkündete sie und marschierte prompt in Richtung des Bolzplatzes, von wo laute Musik herüberwehte.
Jenna hakte sich bei Lena unter und folgte ihrer älteren Freundin. „Bilde ich mir das ein oder ist Madame gerade einer Antwort gekonnt aus dem Weg gegangen?“ flüsterte sie laut. Lena kicherte. „Ach Jeanie, lass unser Engelchen“ meinte sie friedfertig. Sie betrachtete die schmale Figur, die sich auf ihren Highheels einen Weg bahnte. Sie wusste, dass Angelina es nicht gerne hörte, wenn sie sie so bezeichnete, andererseits wusste Angelina auch, dass Lena diesen Spitznamen nie mit den Erwartungen verband, die viele Menschen von der schlanken Blondine hatten.
Angelina managt alles immer so perfekt, dachte Lena und betrachtete den wippenden Rock und die farblich genau passende Bluse, die Angelina trug. Vom Outfit bis hin zu allem in ihrem Leben. Sei es Schule, ihre chronisch depressive Mutter oder die unglaublichen Probleme, die ich manchmal habe. Vielleicht war dies der Grund dafür, dass jeder, der ihre Freundin kennenlernte, ihr automatisch das Ruder überließ. Angelina schien wie geschaffen dafür zu sein, die Führung zu übernehmen, den Durchblick zu behalten und stets kühl und gelassen zu bleiben. Männer sahen in ihr den kühlen Engel, der schwierig zu erobern war. Aber Lena wusste, dass Angelina dieses Gesicht hasste, dass sie nur zu oft aufsetzte, wenn sie sich überfordert fühlte. Und deshalb bemühte sie sich nach Kräften, Angelina Chancen wie heute Abend zu geben. Tage, an denen sie einfach abschalten und Spaß haben konnte. Momente, in denen sie sich lebendiger fühlte als in den ruhelosen Augenblicken voller Erfolgszwang, die sonst ihr Leben dominierten
„Lass uns heute einfach Spaß haben!“ sagte Lena übermütig und Jenna grinste ihre Freundin an, als ob sie wüsste, was in ihr vorging.
„Darauf kannst du wetten!“ versprach sie.

Angelina erreichte den Bolzplatz vor ihren beiden Freundinnen. Sie atmete tief durch und strich ihre Haare nach hinten. Sie hatte es vor Jenna und Lena nicht zugeben wollen, aber aus irgendeinem Grund war sie nervös. Und das lag sicherlich nicht an Jonas, ihrem „Date“ für heute Abend. Wenn man es denn so bezeichnen wollte. Sie seufzte. Jonas war eigentlich ein guter Freund von ihr, und sie wusste, er hatte immer auf so eine Art Verabredung gewartet. Und Angelina hatte sich vorgenommen, den Dingen einfach seinen Lauf zu lassen. Obwohl das sonst überhaupt nicht ihre Art war.
Sie entdeckte eine Menge Freunde und gute Bekannte und winkte ihnen zu. Lena hatte Recht, sie war eine Perfektionistin, immer darauf bedacht, nicht eine Handbreit von ihren Mustern, ihren Plänen abzuweichen. Aber war das so verkehrt?
Sie sah auf der einen Seite ihre Mutter, ständig von Kopfschmerzen geplagt, ohne Lebenslust, von einer Misere in die andere wirbelnd. Sie wollte nichts vom Leben, war froh, dass sie Angelina hatte, ihre einzige Tochter, genauer betrachtet, der einzige Mensch, der ihr wirklich im Leben geblieben war. Sie war kein Vorbild für Angelina, stattdessen verkörperte ihre Mutter für sie all das, was Angelina auf keinen Fall durchmachen wollte.
Und dann war da noch ihr Vater, der irgendwo in Hamburg Leiter eines großen Marketingkonzerns war, der Angelina manchmal eine Karte schickte, aber zu dem sie so ein unpersönliches Verhältnis hegte wie zu ihrem Mathematiklehrer. Kühl, unnachgiebig, emotionslos. Das waren die Eindrücke, die sie von ihren spärlichen Besuchen in Erinnerung behalten hatte. Alles Dinge, die gewisse Leute sicherlich auch von ihr dachten – aber stimmte das? War sie das – eine weibliche Ausgabe ihres Vaters? Auch das war nicht unbedingt das, was ihr vorschwebte. Auch wenn sie zugeben musste, dass es oft einfacher war, sich hinter ihrer kühlen Maske zu verbergen.
„Hey, Angelina!“ begrüßte sie ein schlaksiger, blonder Junge und grinste sie fröhlich an. „Zeit, deine düsteren Gedanken abzuschalten!“ Jonas. Sie lächelte automatisch.
„Hi, Jonas! Ich hab keine Ahnung wovon du redest“ entgegnete sie spöttisch. „Wie läufts bisher?“

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BeitragThema: Re: Mädchen   Fr Jul 22, 2011 11:25 am

Der Anfang ist spannend, zieht sich dann aber ein bissl in der Mitte. Werd' aber dran bleiben, denn du hast ja schon angedeutet, dass etwas passieren wird Wink
Ist aber auf jeden Fall eine schicke Teenegeschichte Very Happy
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BeitragThema: Re: Mädchen   Fr Jul 22, 2011 8:15 pm

Ich find die Geschichte auch bisher ganz süß Smile
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