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 Tränen und Blut der Welt

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NijuraElfe
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BeitragThema: Tränen und Blut der Welt   Di Sep 06, 2011 6:03 pm

eine etwas bedrückendere Story und noch ausbaufähig aber vielleich gefällts ja ^^


Ein Mädchen... sie sitzt am Rande eines Brunnens. Sie sieht sich ihr Spiegelbild im Wasser an. Sie weint. Dabei denkt sie nach, über sich und die ganze Welt. Sie denkt sehr lange:

"Ich weinte, meine Tränen flossen unaufhörlich dahin. Sie fielen hinab in das Wasser des Brunnen. Dabei beobachtete ich die Wellen, die sie entstehen ließen. Ich beobachtete auch, was sich im Wasser spiegelt. Der Himmel, blau wie das Meer. Die Gebäude im Hintergrund, historisch und auf eine gewisse Weise romantisch. Die Statur auf dem Brunnen, eine wunderschöne Frau mit langem Haar und einem kleinen Kind im Arm. Sie war schon sehr alt, aber gerade das ließ sie so echt wirken. Und dann sah ich direkt in die Mitte und erblickte das Monster. Sein Äußerliches war wunderschön. Es besaß lange blonde Haare, eine wunderschöne rosige Haut mit roten Lippen im Gesicht. Eine schmale, gut geformte Taille und die passende Kleidung, die sie umspielte. Mal abgesehen von den Tuscheschlieren, die mittlerweile entstanden waren, war es der Traum eines jeden Mannes.
Doch sein Inneres war grausam, abscheulich und hässlich. Niemand wusste das, aber ich hatte es am eigenen Leib erfahren.
Es schlich sich an, von hinten, ohne einen Laut. Sprang bei der besten Gelegenheit in die Seele und nistete sich dort für die nächste zeit ein. So fraß es erst das Innere. Und wenn man schon ganz hohl und stumpf war, konnte es sich nach außen wagen.
Es war wie eine Krankheit, wie ein Tumor, ganz ohne körperliche Schmerzen. Und ich hatte das Endstadium erreicht!
Noch eine Träne fiel und mir kam etwas anderes in den Sinn als all meine eigenen Sorgen.
Auf der ganzen Welt fließen Tränen. Die ganze Zeit und auch in diesem Moment.

Plötzlich bewegte sich das Wasser erneut und aus dem Monster wurde ein kleines Mädchen. Sie war noch sehr klein und wirkte gar verletzlich in ihrem dünnen Hemdchen und dem Teddybär, den sie fest an sich drückte. Mit großen braunen Rehaugen sah sie zu mir hoch. Ich wusste nicht was ich tun soll. Sie sah vollkommen hilflos aus, wie sie barfuß vor einem Haus stand. Ein Haus mit grünen Fensterläden. Ich fragte mich warum sie dort so alleine war. Wo waren nur ihre Eltern?
Auf einmal schwenkte das Bild und ich nahm den Blickwinkel dieses kleinen Mädchens ein. Dort sah ich die Eltern und ich begriff dass sie die ganze Zeit die beiden beobachtet hatte und nicht mich.
Es sah aus wie ein Streit, ein ziemlich heftiger sogar. Ich verstand die Worte nicht, allerdings war das vielleicht auch besser so. Der Vater der Kleinen trug einen schwarzen Anzug, neben ihm stand ein großer Koffer. Ich glaubte zu wissen, was hier vor sich ging. Die Mutter stand direkt vor ihm und weinte unaufhörlich während sie ihrem Mann nicht nur Wörter sondern auch Steine an den Kopf warf, die sie auf dem Weg fand. Er konnte gerade noch einem ausweichen. Doch seine Wut hatte nun keinen Halt mehr. Er holte mit der Hand aus und schlug seine Frau mitten ins Gesicht. Sie stürzte zu Boden.
Das kleine Mädchen schluchzte in ihren Teddy und drückte ihn als einzigen Halt an sich. Es gab nichts auf dieser Welt für sie außer diesen Bären. Sie hatte Angst, das spürte ich. Angst vor ihrem gewalttätigen Vater, Angst vor ihrer hilflosen Mutter und Angst davor jemand könnte ihr diesen Teddybären wegnehmen.
In mir stieg Wut auf und ich wusste nicht warum und was ich dagegen tun könnte. Eine weitere Träne rollte von meiner Wange in den Brunnen und das Bild verschwamm bis ich wieder das Monster sah.

Ich dachte darüber nach was ich gesehen hatte. Das war eine ganz andere Welt als ich sie kannte. Ich liebte meine Eltern und sie liebten mich. Normalerweise. Im Moment war ich mir da nicht so sicher. Ich glaubte viel mehr, dass sie mich hassten für das was ich ihnen angetan hatte.
Und eine weitere Träne rollte meine Wange hinunter und landete im Wasser. Aus den Wellen entstand wieder ein neues Bild diesmal in einer ganz anderen Umgebung.
Ich sah wieder ein Mädchen, dieses musste aus einer südlichen Region stammen. Seine Haut war so dunkel wie Schokolade. Ich schätzte sie auf 14 Jahre, wenn sie überhaupt schon so alt war. Sie wirkte komplett gegensätzlich zu dem anderen Mädchen, nur die Augen, ja die Augen waren genau dieselben. Sie schauten mich wieder direkt an oder sieht sie durch mich hin durch? Ich glaube ihre Augen schreien um Hilfe, ganz deutlich. Doch was soll ich nur tun?
Das Bild vergrößerte sich und plötzlich verstand ich alles. Im Hintergrund erkannte ich ein Haus oder besser die Überreste davon. Alles war zusammen gefallen in Schutt und Asche. Als ich genauer hinsah konnte ich noch mehr erkennen etwas vor dem ich lieber die Augen verschlossen hätte. Ich sah Füße und dünne knochige Beine in dem Chaos. Sie waren eingestaubt und damit kaum auszumachen, aber ich wusste das Mädchen sah sie. Und sie sah auch alles andere.
Neben ihr lag eine Frau mit einer wunderschönen braunen Haut und langen schwarzen Haaren. Sie rührte sich nicht. Nicht mehr. Überall war sie mit Blut beschmiert und auch auf ihr verteilte sich der Staub. Ich nahm sogar noch ihre Gesichtszüge wahr: vor schmerzverzerrt. Oder waren sie so entstellt, dass es nur so aussah?
Was geschah da nur? Was war dort geschehen? Wieso tat denn niemand etwas? Dieses kleine Mädchen stand nur da und starrte mich Hilfe suchend an. Doch ich war zu weit weg, konnte nicht helfen. Plötzlich bewegte sich etwas und ich dachte schon das Bild würde wieder verschwinden. Allerdings war es nicht das Wasser sondern die Frau. Nein, nicht die Frau, sie war tot. Ihre Arme rührten sich. Plötzlich rollten sie bei Seite und ein kleines Baby kam zum Vorschein. Unschuldig und völlig ahnungslos. Wie konnte das sein? Wieso war diese Welt nur so grausam?
Ich schluchzte heftig. Einmal, zweimal und meine Tränen flossen dahin, sodass sich das Bild in wenigen Sekunden auflöste.

Ich wusste nun, dass ich keinen Grund hatte, kein Recht, hier zu heulen, während andere um ihr Leben kämpften. Jede Minute, jeden Tag. Ich nahm dies als Zeichen um noch mal neu zu beginnen.
Doch als ich letzte Träne wegwischte, bewegte sich das Wasser erneut. Diesmal erschien ein Bild einer Schule ganz in unserer Nähe. Wieder tauchte ein Mädchen vor meinen Augen auf. Es drückte sich unter eine Bank ganz dicht. Sein Blick war verängstigt und es weinte. Es weinte Tränen wie meine, doch der Grund war ein anderer.
Sie hatte Todesangst! Sie wusste der nächste Schuss könnte sie treffen. Aber was sollte sie nur tun? Es gab niemanden der ihr helfen konnte. Alle versuchten ihr eigenes Leben zu retten. Im Nebenzimmer wurde geschossen und Leute schrien vor Verzweiflung. Vielleicht gab es sogar schon Tote.
Plötzlich schrie jemand und die Tür flog mit einem Krachen auf. Im nächsten Moment lag sie auf dem Boden. Das Mädchen hielt sich die Ohren zu und kneifte die Augen zu. Ganz fest. Ihr Wunsch war schnell zu sterben, um nicht mehr diese Qualen zu erleben.
Auf einmal tauchte ein Gesicht hinter der Bank auf, hinter der sie sich versteckte. Es war eine grausame Fratze mit einem irren Grinsen und überall sah man Blut. Blut, überall war nur Blut! Das Mädchen schluchzte furchtbar, als sie die Augen nun öffnete. Es wimmerte und weinte und konnte nicht mehr aufhören. Ihr Herz schlug viel zu schnell und ich befürchtete sie würde schon an einem Infarkt e. Doch so einfach machte es ihr das Monster nicht. Sein wurde größer und in Sekunden schnelle hatte er die Waffe gezogen, ihr vor die Brust gehalten und auf sie geschossen. Dann ging er weiter und sie wurde nur eine von vielen.

Als alles wieder verschwand und das Wasser nur noch mein Gesicht zeigte, hatten meine Tränen aufgehört. Ich wusste nicht wann oder warum. Aber was ich wusste war, dass die Welt noch viel grausamer war, als ich dachte! Und das mein Leben so wie ich es bis jetzt geführt hatte nicht so bleiben konnte.
Ich musste endlich etwas unternehmen!
Diese Mädchen litten und ich konnte nichts tun. Ich beschloss nicht mehr meinen eigenen egoistischen Wünschen nach zu gehen.
Ich wollte an meiner Einstellung arbeiten und meine Fehler nicht als Sünden sondern als Hilfe anzusehen. Damit würde ich mehr lernen, als vorher.

... Warum nur hatte ich nicht schon früher daran gedacht? Es war zu spät."

Ein Mann fand dieses Mädchen später. Sie lag am Brunnen. Wie lange konnte niemand genau sagen, aber ihre Körpertemperatur war drastisch gesunken. Der Mann berichtete ihre Pulsader wäre durchgeschnitten gewesen. Sie starb an Blutverlust. Und dennoch sah es so aus als würde sie nur in einen langen tiefen Schlaf fallen. Viele Menschen trauerten um sie. Warum sie das getan hat, wusste niemand so genau. Ihre Eltern erzählten später sie hätte noch eine große Zukunft vor sich gehabt. Sie war hochbegabt gewesen.

Was keine Zeitung berichtete: Als der Mann sie am Brunnen fand, war dieser von ihrem Blut gefüllt gewesen. Das Blut spiegelte die Stadt wieder, so wie es das Wasser getan hatte. Doch als der Mann genauer hinsah, erschienen ihm drei Mädchen:

Das erste trug ein rosa Hemdchen und hielt einen Teddy in seinen Armen. Es lächelte, während es friedlich auf dem Schoß ihrer Mutter saß. Der Vater war nirgendwo zusehen, doch die kleine Familie war glücklicher als je zuvor.

Das zweite Mädchen hatte dunkle Haut und es lächelte ebenfalls. Es saß in einem großen Kreis von Kindern und spielte mit ihnen. Nach einer Weile kam eine Frau und drückte die Kleine an sich. Auf ihrem Schoß saß noch ein Kind, viel kleiner und zerbrechlicher. Auch sie wirkten glücklich.

Das dritte Mädchen kam aus dem Krankenhaus. Es saß im Rollstuhl und würde für sein Leben lang gelähmt sein. Doch es hatte überlebt und das machte auch dieses Mädchen mehr als glücklich!

Nur die Kleine vor dem Brunnen hatte es nicht geschafft. Sie würde nie wieder lächeln oder weinen. Sie war gegangen.
Für immer.


Zuletzt von NijuraElfe am Di Sep 06, 2011 7:35 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tränen und Blut der Welt   Di Sep 06, 2011 7:08 pm

Wow, also echt..o.O
Dass ist echt verdammt gut geschrieben und sowas von fesselnd und schön...
Wie kommst du bloß auf so gute Ideen...und dann wie es geschrieben ist...so richtig verstehen tut man es dann erst ganz am Ende-echt Klasse!*Fan ist*
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NijuraElfe
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BeitragThema: Re: Tränen und Blut der Welt   Di Sep 06, 2011 7:32 pm

boah dankeschön für das lob *_* keine ahnung wie die ideen und gedanken in meinen kopf kommen sie sind einfach da und ich muss sie aufschreiben Wink
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BeitragThema: Re: Tränen und Blut der Welt   Di Sep 06, 2011 8:44 pm

Das Lob doch wirklich verdient, die Geschichte ist echt super!
Hey Gedanken!!! Kommt mal mit so tollen Ideen zu mir!! Ähh, hört ihr mich.....Putput...Och Manno
XD
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