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 Mohnblume

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BeitragThema: Mohnblume   Fr Mai 04, 2012 12:03 am

Ich wollte doch mal was fröhliches schreiben *hust* Hat nicht geklappt, tut mir Leid ._.

Mohnblume

Lia nimt denn stifft in die zitrige Hand. Sie ist 16 Jahre alt und trägt einen Tumor im Kopf. In absehbarer Zeit wird sie sterben.
Das Zimmer, in dem sie liegt, ist weiß gestrichen, die Decke ihres Bettes und die schwerren Vorhänge vor dem Fenster. Die Chemotherapie hat ihr die Haare geraubt.
Piepende Geräte, grau, bloß keine wahren Farben.
Fast als versuchte man, die Halbtote so von der Welt abzuschneiden, die hinter denn Leinen munter weiter funkelt. Ein sauberes Gefängnis.
Klakernd lässt sie denn Stifft fallen. Der Malkasten, die einzigen Farben im Raum, ist unberührt.
Ihre Zeichnung, schüchtern , nein, das wäre eine Lüge.
Vergessen, in denn grauen Linien spiegeln sich verlorene Träume.
Schwach hebt sie die Hand und lispelt mir einen Wunsch ins Ohr.
Denn Farbkasten nehmen wir mit, schleichen uns aus denn weißen Gittern, raus auf die Felder.
Ist es Sommer, oder ist es noch Frühling? Die grünen Wiesen wollen es uns nicht veraten.
Dann lassen wir uns nieder. Um uns herum, Blumen tuscheln mit denn Gräßern.
Der seichte Wind streicht mir durch meine Haare, ihr durch die leichten Kleider. Sie fragt mich, ob sie mir ein Bild malen darf.
Man könnte meinen, sie würde die Landschaft zeichnen, die uns schmeichelt, als gäbe es etwas zu feiern. Sie nimmt einen Pinsel, stiehlt der Palete die Farben.
Die Wolken ziehen am Himmel vorbei, warm und weich. Ich stelle mir vor, wie sie sich daren kuschelt und lehnt, in Watte verpackt.
Oder würde sie mit dem Wind ums Haus streichen, uns wieder durch die Haare streicheln?

Das alte blatt Papier schwiegt sich in meine Hand, wohlgehütet.
Es ist nun bald vier Jahre her, das meine kleine Schwester gestorben ist. Nur Stunden nach unserem letzten Ausflug, und manchmal gebe ich mir die Schuld.
„Schatz, ich geh noch mal spazieren.“
Ich ziehe mir Gummistiefel an, das vergilbte blatt in der Hand. Lasse unseren gepflegten Vorgarten hinter mir, gehe bald über Felder.
Der Wind wirbelt meine Haare durch die Luft. Es ist Herbst.
Mit glasigen Augen sehe ich zu, wie denn Bäumen die letzten Bläter geraubt werden, um denn Boden in eine warme Decke einzuhüllen.
Mit knackenden Knien bücke ich mich am Wegesrand über eine letzte Blume.
Sie ist Rot, schwarz im Kern. Goldene Tupfer zieren ihr Gewand.
Tapfer hat sie auf mich gewartet, die Lieblingsblume meiner Schwester.
Und alles stimmt wieder. Die Welt beginnt sich wieder zu drehen, der trübe schleier verschwindet.
Ich lächle. Ich lächle, weil ich glücklich bin, weil ich frei bin.
Blätter sind aus Farben gemacht.
Und ich werfe das bild in denn aufbrauseneden Wind.
Meine kleine Mohnblume



[url=http://www.servimg.com/image_preview.php?i=59&u=17299036]


Die Bilder hab ich heut geknippst, damit ihr nicht alzu deprimiert von der traurigen Geschichte seid >-< Also, ich hoffe, ich durfte das so^^’ (Achja, so siehts bei uns aus, wenn dei Sonne scheint...aber schönere bilder kann ich leider nicht machen, ich kann nicht gut fotografieren, wie man sieht...öwö)

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BeitragThema: Re: Mohnblume   Fr Mai 04, 2012 11:28 am

Die Geschichte ist verdammt traurig! *schnief* Aber irgendwie auch schön-traurig, und die Bilder passen gut dazu. Smile
Hab mir mal die Mühe gemacht, die kleinen Fehlerteufel zu vertreiben:

Mohnblume

Lia nimt denn Stift in die zittrige Hand. Sie ist 16 Jahre alt und trägt einen Tumor im Kopf. In absehbarer Zeit wird sie sterben.
Das Zimmer, in dem sie liegt, ist weiß gestrichen, die Decke ihres Bettes und die schweren Vorhänge vor dem Fenster. Die Chemotherapie hat ihr die Haare geraubt.
Piepende Geräte, grau, bloß keine wahren Farben.
Fast als versuchte man, die Halbtote so von der Welt abzuschneiden, die hinter den Leinen munter weiter funkelt. Ein sauberes Gefängnis.
Klackernd lässt sie denn Stift fallen. Der Malkasten, die einzigen Farben im Raum, ist unberührt.
Ihre Zeichnung, schüchtern , nein, das wäre eine Lüge.
Vergessen, in den grauen Linien spiegeln sich verlorene Träume.
Schwach hebt sie die Hand und lispelt mir einen Wunsch ins Ohr.
Den Farbkasten nehmen wir mit, schleichen uns aus denn weißen Gittern, raus auf die Felder.
Ist es Sommer, oder ist es noch Frühling? Die grünen Wiesen wollen es uns nicht veraten.
Dann lassen wir uns nieder. Um uns herum, Blumen tuscheln mit denn Gräsern.
Der seichte Wind streicht mir durch meine Haare, ihr durch die leichten Kleider. Sie fragt mich, ob sie mir ein Bild malen darf.
Man könnte meinen, sie würde die Landschaft zeichnen, die uns schmeichelt, als gäbe es etwas zu feiern. Sie nimmt einen Pinsel, stiehlt der Palette die Farben.
Die Wolken ziehen am Himmel vorbei, warm und weich. Ich stelle mir vor, wie sie sich darein kuschelt und lehnt, in Watte verpackt.
Oder würde sie mit dem Wind ums Haus streichen, uns wieder durch die Haare streicheln?

Das alte Blatt Papier schmiegt sich in meine Hand, wohlgehütet.
Es ist nun bald vier Jahre her, dass meine kleine Schwester gestorben ist. Nur Stunden nach unserem letzten Ausflug, und manchmal gebe ich mir die Schuld.
„Schatz, ich geh noch mal spazieren.“
Ich ziehe mir Gummistiefel an, das vergilbte Blatt in der Hand. Lasse unseren gepflegten Vorgarten hinter mir, gehe bald über Felder.
Der Wind wirbelt meine Haare durch die Luft. Es ist Herbst.
Mit glasigen Augen sehe ich zu, wie den Bäumen die letzten Bläter geraubt werden, um den Boden in eine warme Decke einzuhüllen.
Mit knackenden Knien bücke ich mich am Wegesrand über eine letzte Blume.
Sie ist rot, schwarz im Kern. Goldene Tupfer zieren ihr Gewand.
Tapfer hat sie auf mich gewartet, die Lieblingsblume meiner Schwester.
Und alles stimmt wieder. Die Welt beginnt sich wieder zu drehen, der trübe Schleier verschwindet.
Ich lächle. Ich lächle, weil ich glücklich bin, weil ich frei bin.
Blätter sind aus Farben gemacht.
Und ich werfe das Bild in den aufbrausenden Wind.
Meine kleine Mohnblume
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