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 Der Sattelschleper

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Flieger
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BeitragThema: Der Sattelschleper   Do Okt 04, 2012 5:48 pm

Vielleicht sollten wir für Flieger eine Fraktion "Tod" einrichten... >-> XD
So, zu der Story, die hat einigen ganz gut gefallen, aber ich wollte noch eine etwas unabhänigere meinung hören :3

Eine Sekunde.
Das war übrig von meinem Leben.
Ich konnte denn Sattelschlepper riechen, der genau vor meinem schmächtigen Körper mit übergroßer Geschwindigkeit über denn trockenen Asphalt abbremste.
Ich roch das durch die große Belastung schmelzende Gummi, ich roch die heiße und staubige Luft, die er in einer Welle vor meinem Körper auf schleuderte, ich hörte die Schreie meiner Freunde, ich sah das weiß - gelbliche im Auge des alten Mannes, der am Lenkrad saß.
Es tat mir Leid für ihn. Er würde denn Rest seines Lebens die Schuld tragen, mich nicht früher gesehen zu haben.
Bis er sterben würde, würde es ihn jede Sekunde seines Lebens begleiten.
Auf dem dreckigen roten Blech direkt vor meinen geweiteten Augen, brieten ein paar einsame Insekten in der Sonne. Ich glaube einen verunstalteten Schmetterling zu sehen. Gleich würde ich auch nicht mehr mehr sein, als eine wenig Dreck auf dem Blech. Mein Körper würde unter denn Rädern zerquetscht werden, meine Knochen würden brechen. Oder würde mich das Fahrzeug vielleicht in die Luft schleudern? Der Aufprall würde in beiden Fällen schmerzhaft werden, also hoffte ich, das er sofort irgendetwas lebenswichtiges erwischen würde.
Dabei war es so ein schöner Sommer gewesen. Auch wenn es vielleicht an manchen Tagen zu heiß geworden war, die Sonne hatte auch diese Perfekten Momente gelassen, in denen man mit vollem Bauch im Schatten von hohen Bäumen liegt, und man das Glück, das einen erfüllt mit Langweile verwechseln darf.
Ich hätte gerne noch die Liebe meines Lebens getroffen.
Wie gerne hätte ich noch tausend mal über die dümmsten Sachen gelacht.
Wie ein junger Vogel schlägt mein Herz, geängstigt durch die Tatsache nie alt und zerbrechlich werden zu dürfen.
Eine unglaubliche Wut packt mich über die Tatsache, noch zu leben. Ich lebte! Ich wollte, die ganze Welt würde mich sehen, nicht nur die paar verschreckten Passanten.
Seht her, ich lebe. Ich lebe! Ich bin gesund, ich bin so gesund, das es schmerzt.
Aber weil die Welt so ist wie sie ist, und Menschen niemals Götter sein können, werde ich sterben. Wieso sterben, wo ich doch so sehr lebe?
Ich kann jetzt die Motorhaube berühren, wenn ich wollte, so nah ist der Wagen. Nein, ich könnte nicht, denn ich habe nicht mehr genug Zeit, um die Hand auszustrecken.
Ich war mit zwei meiner engsten Freundinnen unterwegs gewesen. Wir wollten noch ins Kino gehen, das wusste ich, wir wollten endlich einen Film ansehen, auf denn ich nun schon ein halbes Jahr wartete.
Hätte ich nicht gestern ins Kino gehen können. Dann hätte ich denn Film wenigstens schon gesehen.
Hoffentlich würde sie meiner Mutter sofort Bescheid geben. Am liebsten würde ich es selbst tun, ich hatte ihr versprochen, sie anzurufen, wenn ich später nach Hause kommen würde.
Wenn ich sie anrufen dürfte, könnte ich ihr sagen, das sie mit dem Essen nicht mehr warten muss.
Wie lange es wohl dauern würde, bis meine Familie an meinem Geburtstag nicht mehr inne halten würde? Oder würden sie versuchen, mich ganz zu vergessen?
Ich wünschte mir, sie würden mir an meinem 20 Geburtstag nochmal einen Kuchen backen, ich hatte mich immer auf meinen 20 Geburtstag gefreut, auch wenn ich nicht mehr sicher war, wieso.
Meine kurzen Haare werden von dem Wind nach hinten geblasen. Mein Körper verkrampft sich ein letztes Mal vor dem Aufprall, und die kleine Haare auf meinem Arm stellten sich auf.
In meinem Kopf war noch so viel Angst. So viel Angst vor dem Tod.
Ich bemerke, das selbst der Lack nach etwas riecht, unter denn heißen Sonnen strahlen. Es war ein metallischer Geruch, wie der Geschmack von Blut, nur eben in der Nase.
Aber eine Sekunde war nicht lange.
Die Reifen drehen sich noch etwas zur Seite, und der schwarze Gummi auf denn großen Reifen franst etwas ab.
Und auch eine Sekunde geht vorbei, egal, wie sehr du lebst.
Die kleine Stoffpuppe, die im Fahrraum aufgehängt ist, schwenkt bei dem Aufprall ein wenig, lächelt aber ungerührt weiter.
Und auch ich lächle.
Es war so ein schöner Sommer gewesen.


Oha, das war Nummer 1000 XD Triologien hab ich aber noch keine...
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Niea
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BeitragThema: Re: Der Sattelschleper   Fr Okt 05, 2012 11:55 am

Ok sehr dramatisch. Aber es fehlen auch ganz klare Aussagen. Der Hintergrund bleibt mir irgendwie verwehrt. Vielleicht war das ja auch dein Ziel. Also es ist so ein bisschen offen wie ein Gedicht und man kann noch sehr viel selbst auslegen.
Sonst schöne malerische Beschreibungen. Steh ich ja eh immer drauf ;D
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Flieger
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BeitragThema: Re: Der Sattelschleper   Fr Okt 05, 2012 2:55 pm

Danke :3 Ja, dramatisch XD Ist es ja immer...
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fuwachi
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BeitragThema: Re: Der Sattelschleper   Sa Okt 20, 2012 2:31 pm

Hmmm..
insgesamt ist das, ja wie Niea schon sagte "dramatisch", das passt wirklich sehr gut. Ist auch sehr schön geschrieben, hat mich an manchen Stellen auch gefesselt, weil das bisschen traurig war und passt grade auch zu dem traurigen Soundtrack den ich dabei gehört habe.

Joaa...könnte ne Kurzgeschichte sein. Springt in ein Geschehen rein, wo man sich denk "Hm! Was passiert da!!??", scheint auch eine Alltagsperson zu sein und das Ende ist offen. Obwohl das das Mädchen dann auch überfahren wird ist klar...
Aber als Kurzgeschichte ist es zu unspannend, es war ja von der ersten Sekunde an klar, dass sie überfahren wird, mir zumindest. Da hätte vielleicht noch was überraschendes kommen können?

Da kommt nichts, was man jetzt nicht erwartet hätte...ist halt "nur" Auto kommt, sie: ach wat war das Leben doch schön...meine arme Mutter und hätte ich, könnte ich nur...
dafür ist das ein bisschen sehr dramatisch.

aber dafür sehr schön geschrieben, man kommt sofort gut rein.

Aber! Wenn sie in den nächsten Sekunden schon die Motorhaube hätte anfassen können, dann war der Mann aber ziemlich langsam. Vielleicht ein Bruchteil einer Sekunde xD aber das nur am Rande...
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